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Sozialpädagogisches
Grundpraktikum an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
1. Entstehung
Das Sozialpädagogische
Grundpraktikum entwickelte sich vor 20(!) Jahren aus dem damalig
zu beobachtenden Interesse von SEK II- Schülerinnen und
Schülern, im Ganztagsbereich der eigenen Schule, aktiv AG-Gruppenleitung
bei jüngeren Schülerinnen und Schülern übernehmen
zu wollen. Um die Motivation der SEK II -Schüler für
eine solche Arbeit über einen aus schulorganisatorischen
Gesichtspunkten verläßlichen Zeitraum zu halten, entstand
die Idee für dieses Engagement eine Belohnung zu schaffen,
die in Form eines anerkannten Praktikums unter Anleitung eines
Diplom-Sozialarbeiters, seit 1983 Bestand hat.
2. Etablierung
und Interesse anderer Gesamtschulen
Heute hat sich das Sozialpädagogische Grundpraktikum zu
einem festen Bestandteil des Schulprogramms unserer Schule etabliert.
Mit Ausnahme eines Jahrgangs (1987) konnte jedes Schuljahr aus
der Jahrgangsstufe 11 heraus eine tragfähige Gruppe von
interessierten Schülern und Schülerinnen gewonnen werden,
die im Schnitt zu 80% das Praktikum erfolgreich absolvierten.
Aus der derzeitigen Jahrgangsstufe 11 nehmen 14 Schüler
und Schülerinnen unser Angebot wahr, aus der Jahrgangsstufe
12 sind 13 Schülerinnen und Schüler aktiv. Alle leisten
über ihre unterrichtlichen Verpflichtungen hinaus auf freiwilliger
Basis für die Schule und das innerschulische Klima sehr
wertvolle Arbeit. Zwischenzeitlich haben andere Gesamtschulen
im RP Köln, sowie andere Schulen in NRW das Sozialpädagogische
Grundpraktikum eingeführt.
3. Inhaltliche
Schwerpunkte im Praktikum
Neben dem vorbereitenden
Gruppenleitertraining in 11.1., der selbständigen AG-Leitung
, der Mitarbeit der Praktikanten während der Projektwoche,
sowie der Teilnahme als Betreuer auf Klassenfahrt bei den "Kleinen"
( Jahrgangsstufe 5/6 ), liegt der Schwerpunkt im 3.Halbjahr des
Praktikums auf dem Bereich: Kennenlernen sozialpädagogischer
Arbeitsfelder außerhalb von Schule Dabei lernen die Praktikanten
Arbeitsfelder der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik durch konkrete
Besuch außerschulischer Einrichtungen kennen.
4. "Nebenwirkungen"
Die Rückmeldungen von
Schülern und Schülerinnen mit erfolgreich absolviertem
Praktikum belegen bessere Chancen bei Ausbildungsplatzbewerbungen.
Offenkundig sind Arbeitgeber von neben dem Abitur erbrachten
Zusatzleistungen, auch wenn sie nicht direkt branchenspezifisch
sind, sehr angetan. Teamfähigkeit, Sozialkompetenz und Erfahrung
im Umgang mit Menschen und Gruppen scheinen mehr denn je gefragte
Qualitäten zu sein.
5. Abschließende
Bemerkung
In der Fachöffentlichkeit
wird die Kooperation von Schule und Jugendhilfe zunehmend gefordert
und praktiziert. Die Gesamtschule in Ganztagsform hat für
diese Entwicklung, möglicherweise unbeabsichtigt, eine Vorreiterrolle
übernommen, weil sie seit ihrer Gründung, eine ganzheitliche
Förderung von Kindern und Jugendlichen anstrebt. Dieser
Sachverhalt dokumentiert sich u.a. auch darin, daß unsere
Schulform von Beginn an Sozialpädagogen zum festen Bestandteil
der personellen Ausstattung zählte und Schule somit zum
sozialpädagogischen Arbeitsfeld wurde. Insofern ist die
Einrichtung eines Sozialpädagogischen Grundpraktikums folgerichtig,
anerkennungswert und unseres Erachtens auch nachahmungswert.
November 2009
Josef Bayer-Ruf (Diplom-Sozialarbeiter)
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